Die Swarovsky-Republik

Österreich ist keine Bananenrepublik, denn Bananen wachsen im heimischen Klima nicht. Österreich ist eine Swarovsky-Republik. So bieder und durchschnittlich Politiker in der Öffentlichkeit wirken, in ihren Geldbörsen funkelt und strahlt es. Ihre Geschäfte sind durchsichtig, die Beziehungsnetzwerke, welche vermitteln, aufbereiten und stets zur rechten Zeit am rechten Ort tätig werden, beraten und kassieren, sind nicht zufällig, sondern regelmäßig und wohlgeordnet – wie Kristallgitter.

Welche der heutigen Minister erfüllen gerade welche Bitten, kommen ihren Verpflichtungen und Regungen nach? Es ist schwer zu glauben, dass alle Verfehlungen ausschließlich in der Vergangenheit liegen sollen, so abrupt kann ihr Ende gar nicht gewesen sein, dass nicht auch heute noch zumindest Nachwirkungen Verwerfungen erzeugen oder Wellen schlagen. Und womöglich noch Schlimmeres. Ich hielt nie etwas davon, Politiker pauschal zu verurteilen, mit der Stimme des Mobs und des Boulevards mitzuheulen, zu billig und ungerecht erschien mir diese Vorgangsweise. Macht und Einfluss korrumpieren, seitdem es schriftliche Aufzeichnungen gibt, zeugen sie davon, aber dass nicht nur in der zweiten und dritten Reihe die Täter mit Unschuldsmiene sitzen, dass vielmehr auch illustre Reihen prominenter Politiker ersten Ranges, quer durch die Abgeordnetenbank, ihr persönliches Anliegen auf so breiter Fornt betreiben und nicht als Einzelfälle, sondern als gewerbliche Regelmäßigkeitsvertreter der Geld- und Golddiebszunft zu betrachten sind, ist eine Dimension, welche sich anschickt, die zweite Republik allmählich in die Luft zu sprengen.

Anfang der 90er Jahre wurde in Italien, die bestehende politische Ordnung aufgrund von Korruption und widerlichen Vorgängen regelrecht hinweggefegt.  Die römische Republik der Antike zerbrach nach vielen gewaltsamen Kämpfen, die zwischen Marius und Sulla begannen und sechzig Jahre später mit der Ernennung von Octavian zum Princeps mit Ehrennamen Augustus endeten. Es gibt keine Regel, die sicherstellt, dass Demokratien ewig dauern, es ist vielmehr evident, dass sie die Ausnahme sind, sonst hätte es sie nicht zu verschiedenen Zeiten in verschiedenen Ländern jeweils nur begrenzt gegeben.

Von unsicheren Zeiten profitieren Kriegsgewinnler und rücksichtslose Gesellen, soviel steht charakterlich fest. Welche der rüden Machtkannibalen am Ende mit Lorbeerkranz für ihre Verbrechen belohnt werden, steht noch lange nicht fest, die Geschichte hat einen langen Atem und Niedergang kann langsam, schmerzvoll und mit ungeahnten Piroutten verbunden sein.

Es muss sich jedenfalls etwas ändern, sonst frisst die Republik ihre Kinder.

Der entscheidende Moment

Die Ausstellung über Henri Cartier-Bresson, der bewies, dass nicht nur Maler, sondern auch Fotografen außerordentlich alt werden können, nämlich beispielsweise 96 Jahre, gibt es im Kunsthaus nur mehr bis Sonntag, den 26. Februar 2012,  zu sehen.

Die Sammlung vereint Bilder aus drei verschiedenen Ländern, USA, Sowjetunion und Indien. Staaten, welche er mehrmals besuchte.  Die Menschen stehen im Mittelpunkt seiner Bilder, Alltag, wennmöglich ohne Blitzlicht festgehalten. Spannend war für mich der Vergleich zwischen USA und UDSSR, die Fotos lagen zeitlich nicht weit auseinander, und in beiden Serien waren ärmliche Personen zu sehen, obwohl gerade ein gewonnener Krieg hinter ihnen lag und die Menschen aus der Sowjetunion schauten auf den Fotos trotz Mangelwirtschaft und Diktatur nicht unglücklicher aus als jene in Amerika.

In Indien war Cartier-Bresson zu einem denkwürdigen Termin anwesend, nämlich der Ermordung Ghandis, den er kurz vor dem Attentat noch traf und am gleichen Abend und beim Begräbnis eindrucksvolle Bilder festhalten konnte. Heutzutage wäre CNN eine halbe Stunde später live auf Sendung und unzählige Fotografen vor Ort, die Verbrennung eines Nationalheiligen würde vom Großteil der anwesenden Einheimischen mit Handy fotografiert und gefilmt werden. So sehr haben sich die Zeiten verändert, aus 64 Jahren sind kleine Ewigkeiten geworden, auf die man im Kunsthaus zurückblicken kann.

Kauft griechische Inseln

Griechenland solle seine Inseln verkaufen, konnte man zuletzt vernehmen. Dem möchte ich heute, am Faschingsmontag, noch etwas hinzufügen.

Mein Vorschlag: Österreich soll griechische Inseln kaufen, die Budgetunterstützung nicht nur verschenken, sondern Bedingungen daran knüpfen und Land erwerben. Tu felix Austria nube, besser noch: kaufe.

Was für Möglichkeiten sich daraus ergeben könnten! Österreichische Olivenhaine als neues Touristenziel, am besten mit gebirgigem Hinterland, vor dem man die Seele an der Hafenmole baumeln lassen kann. Mediterrane Lebenslust, mit Raunzerei und Improvisation ergänzt. Österreich, als Insel der Seligen im Mittelmeer gelegen. Kein Widerspruch für ein Land, das  zugleich neutral und Mitglied der EU ist, welches das Deklarieren und Eintreten für eine Sache stets unverbindlich von der Innenseite betrachtet.

Was Österreich fehlt, ist das Meer. Für Großläufigkeit, Weltoffenheit, raus aus den engen Tälern, könnte das Leitmotiv der kommenden Jahre sein. Mit einem Meer könnte es seine historische Größe wiedererlangen. Während des ersten Weltkriegs war die K.u.K. Marine die sechstgrößte der Welt, neue Ziele fänden sich für das österreichische Bundesheer, sogar 18 oder 24 Kriegsschiffe könnten angeschafft werden, es gibt sicher ein paar verlässliche Lobbyisten, namentlich gut bekannt, die Unschuldsvermutung gilt, welche hier erfolgreich vermitteln könnten.

Die Parteien würden sich erwartungsgemäß engagieren und ihr gewohntes Erfolgsmodell nach Griechenland exportieren. Die Schwarzen ihr Modell von Lagerhäusern und Raiffeisengenossenschaften auf griechische Agrarprodukte ausbreiten, die Grünen strenge biologische Kriterien und Autoverbot für eine Musterinsel fordern. Rechtsstehende populistische Kreise mit Kornblumen im Revers würden an das australische Modell erinnern und Besiedelung der Inseln durch anständige Asylbewerber gesetzlich festlegen wollen. Und die Roten? Wofür könnten sie stehen? Für das kleine Glücksspiel und die Aussiedelung der Sektion Acht auf eine unbewohnte Insel? Alle wären sich darin einig, dass der Mittelstand entlastet gehöre, ein Anspruch, der sich auf einer kargen Insel sogar umsetzen ließe, natürlich nur mit verfassungskonformer Zweidrittelmehrheit.

Ja, wenn sie sich entscheiden könnten, rasch, ohne abgesicherte Meinungsumfragen, Gunst der Billig- und Gratiszeitungen, mit einer entschiedenen Wendung, welche Stärke und Zielorientierung vermitteln könnte. Bevor noch der Fasching zu Ende ist.

Bildnachweis: Alexander Dreher  / pixelio.de

Dame König As Spion

Der Film hat mich etwas ratlos zurückgelassen, den Inhalt des letzten Viertels verstand ich erst, nachdem ich mir zu Hause die Zusammenfassung auf Wikipedia durchgelesen habe. Zufällig neben uns sitzende Nachbarn im Kino, die wir zu Filmende spontan befragten, konnten uns ebenso keine schlüssige Aufklärung liefern, was nicht für den Film spricht, der über weite Teile zwar interessant war, aber hauptsächlich von Langsamkeit und möglichst unbeweglichen Gesichtszügen der beteiligten Schauspieler getragen wurde, die bis zum Schluss wenigstens alle gemeinsam als gleich verdächtig durchgingen.

Das sollte wohl typisch britisch und für Zeit und Umfeld authentisch sein, war es möglicherweise auch, dramaturgietechnisch hätte ich mir doch etwas mehr erwartet. Einen Film, der eine konkrete Geschichte erzählt, in der das zu lösende Rätsel als whodunit im Vordergrund steht,  sollte sich erschließen, ohne das Buch oder die gesamte siebenteilige Roman-Serie über George Smiley kennen zu müssen.

Tja, selbst schuld, ich wollte mir keinen der geradlinig konstruierten Thriller ansehen, die zeitgleich liefen, womit es zwei Möglichkeiten gibt: entweder bei der Filmauswahl weniger kritisch sein oder doch das Buch lesen.

Quellen:
Dame König As Spion (2011), Wikipedia
John Le Carré, Wikipedia

Bildnachweis: Sandy Kaliwoda  / pixelio.de

Der Letzte macht das Licht aus …

Der Berlin Story Verlag wollte herausfinden, was den Lesern ein eBook wert ist und bot daher eines seiner elektronischen Bücher gratis an.  Einen Monat lang hätte man das Buch “Der Letzte macht das Licht aus …” herunterladen können,  welches in 250 Geschichten von Menschen erzählt, die zwischen 1961 und 1989 aus der DDR flüchten wollten.  Es konnte jeder entscheiden, ob und wieviel er für das Buch zahlen wollte, mittels Überweisung, PayPal, Flattr, in Naturalien oder durch Feedback in einem E-Mail.

136 Downloads, 8 Euro und 200g Marzipan später musste der Verlag seine fair-pay eBook Aktion stoppen. Während Radiohead 2007 in einer ähnlichen Aktion ihr neuestes Album zum fair-pay Download anbieten konnten (38% zahlten damals dafür), gibt es in Deutschland und Österreich zum Schutz von Verlagen und Buchhändlern die Buchpreisbindung. Befürworter argumentieren, dass das Buch ein Kulturgut ist, und somit die Querfinanzierung von weniger erfolgreichen Büchern und die Existenz von kleineren Buchhandlungen unterstützt werde. Gegner kritisieren die kartellartige Regelung und wollen eine Liberalisierung des Marktes.

Die Buchpreisbindung besagt, dass jede Ausgabe eines Buches den gleichen Preis haben muss. Ein Hardcover, ein Taschenbuch, ein eBook,  dürfen jeweils unterschiedlich viel kosten, das Taschenbuch beispielsweise muss in allen Vertriebskanälen zum identen Betrag angeboten werden. Ein eBook darf also billiger sein als ein gedrucktes Buch, die Aussage, dass eBooks wegen der Buchpreisbindung nicht billiger sein dürfen, ist falsch. Natürlich entstehen für Druck, Lagerung und Versand entsprechende Kosten, relevanter für den Verlag sind aber oft die Rabatte, die er Buchketten oder Großhändlern einräumen muss. Ausgaben und Aufwände für Lektorat und Marketing bleiben, ohne sie wird ein Buch sich selten gut verkaufen können. Erst bei kleinen literarischen Verlagen (und in Österreich wahrscheinlich auch bei mittleren) wirken sich die reinen Printkosten in der Kalkulation dramatischer aus.

Jedenfalls machte ein Anwaltsbüro, Preisbindungstreuhänder zahlreicher Verlage, darauf aufmerksam, dass der Verleger den Preis bestimmen muss, es aber nicht Dritten, etwa Händlern oder Lesern, überlassen kann, den ihnen angemessenen Preis zu bestimmen, und dass dies auch für eBooks gelte. Nach diesem rechtlichen Hinweis sah sich der Verlag gezwungen, sein Experiment einzustellen, um für ein kostenloses Buch nicht unverhältnismäßige Anwalts- und Gerichtskosten zu riskieren.

Der Autor selbst, Klaus Behring, der einer der Nutznießer der gesetzlichen Regelung sein sollte, stellte fest, dass er froh darüber war, dass der Verlag sein Buch zu einem Preis zur Verfügung gestellt hatte, welches der Leser selbst bestimme sollte, nicht weil er so gern auf sein Honorar verzichte, sondern in dem Bemühen jedes Autors, möglichst viele Leser zu finden.

Nach der Musikindustrie ist die Verlagswelt die nächste Branche, welche den digitalen Wandel verschläft und entstehende Chancen und Möglichkeiten nicht begreift. Inzwischen bietet der Berliner Verlag das eBook auf diversen Plattformen, zB. Amazon, zum Preis von 0,99 EUR an (manche Anbieter verlangen Mindestkosten wegen des für sie anfallenden Aufwandes), und sammelt Ideen und Feedback zu neuen innovativen Vertriebsformen im Buchhandel.

Quellen:
netzpolitik.org
WinFuture.de

Bildnachweis: andi-h  / pixelio.de

The Power Of Open

Vor etwas mehr als zehn Jahren wurden die Creative Commons Lizenzen ins Leben gerufen  und inzwischen gibt es schätzungsweise bereits über 400 Millionen CC-lizensierter Werke im Internet.  Unter http://thepowerofopen.org/ findet man ein Buch in verschiedenen Sprachen, das die Erfolgsgeschichten von Kreativen unterschiedlicher Sparten präsentiert, welche diese Veröffentlichungsmöglichkeiten genutzt haben. Naürlich soll das Buch Werbung für den grundlegenden Gedanken machen und ist bis zu einem gewissen Grad auch einfach als gelungene Werbebroschüre zu verstehen.  Und ebensowenig findet man Artikel über Künstler, welche erfolglos blieben, was wohl das übliche Schicksal der überwiegenden Mehrheit sein wird. Trotzdem fand ich einige der erzählten Geschichten hochinteressant und faszinierend.

So zum Beispiel der gemeinnützige indische Verlag Pratham, welcher sich zum Ziel gesetzt hat, jedem Kind in Indien ein Buch in die Hand zu geben. Organisationen und Einzelpersonen haben ihre Bücher in Audiobücher umgewandelt oder für Menschen mit Sehschwäche angepasst. Und das ohne extra Lizenzen dafür zu verhandeln und anpassen zu müssen.

Oder globalvoicesonline.org, eine Plattform für mehr als 500 Redakteure, ehrenamtliche Autoren und Übersetzer aus der ganzen Welt, die Nachrichten aus ihren Communities veröffentlichen. Informationen können aufgrund der gewählten Lizenz kostenlos übersetzt und verbreitet werden – in mehr als 30 Sprachen.

Der weltweit ersten erfolgreichen Fernuniversität, Open University, ermöglichten die Lizenzen die Wiederverwendung von Universitätsmaterialien auf diversen Plattformen, und die Anpassung von Inhalten für Übersetzungen. Die Kursmaterialien wurden auf iTunes bereits 20 Millionen Mal heruntergeladen.

Ein Hedgefondmanager namens Salman Khan begann mit virtuellen Lernvideos für seine 12-jährige Cousine. Zwei Jahre später schmiss er seinen Job, als er von einem Schüler, der Mathematik hasste und in einer Familie ohne Ausbildung aufwuchs, einen Brief erhielt, in dem er ihm beschrieb, dass er sich mit Hilfe seiner Videos auf die Aufnahmeprüfung fürs College vorbereitete und als erster Schüler alle Fragen des Einstufungstests richtig beantwortete. Salman Khan gründete eine gemeinnützige Organisation für Unterrichtsvideos, khanacademy.org, und weil die Videos kostenlos geremixt und weitergegeben werden konnten, übersetzen Menschen sie in andere Sprachen. Würde er von einem Bus überfahren, könnte er aufgrund seiner Videos weiterhin ca. eine Million Menschen pro Jahr unterrichten.

Nicht schlecht, oder?

Quelle und Bildnachweis: thepowerofopen.org

Copy.Right.Now!

Gestern habe ich die Creative Commons Lizenzen vorgestellt, die es Künstlern ermöglichen, darüber zu entscheiden, welche Rechte sie anderen Nutzern zur Verfügung stellen wollen. Ein Baukastensystem von Lizenzen, das je nach Anwendungszweck genormt verwendet werden kann und trotz seiner Einfachheit viele Möglichkeiten bietet.

Wer sich zum Urheberrecht und dem kreativen Schaffen in der digitalen Welt am Laufenden halten möchte, dem kann ich die Seite iRights.info empfehlen, die 2006 den Grimme Online Award erhalten hat, welcher herausragende Internet-Angebote auszeichnet.

Die Seite bietet ein umfassendes Informationsangebot zum Urheberrecht in der digitalen Welt, hilft bei Orientierung, gibt Hintergrundinformationen und berichtet über Neuigkeiten auf dem Gebiet. Für Produzenten oder Nutzer, für Unterricht oder Interessierte.

Gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung haben sie zum Besipielt 2010 das Buch Copy.Right.Now! herausgegeben, ein Plädoyer für ein zukunftstaugliches Urheberrecht, ein Sammelband, in dem verschiedene Aspekte, von Kulturflatrate bis zu den Schwierigkeiten bei der Wiederverwendung des Warhol-Bildes Flowers in einer Collage, diskutiert werden. Man lernt verschiedene Standpunkte zu verstehen oder zumindest kennenzulernen und erfährt, dass Warhol das Motiv für Flowers einer Zeitung entnahm und nicht verstand, dass er beim Kauf einer Zeitschrift nicht automatisch das Recht erwarb, die darin abgebildeten Bilder zu verwenden.

Aus dem Interview mit Cory Doctorwo möchte ich zitieren:
Kunst ist eine in ökonomischer Hinsicht irrationale Aktivität. Das
gilt heute im 21. Jahrhundert ebenso wie früher. Die meisten Künstler konnten mit ihrer Kunst noch nie ihren Lebensunterhalt verdienen. Aber sie schaffen ihre Werke schließlich nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen, sondern auch, um gehört zu werden

Der Reader steht unter einer Creative Commons Lizenz und kann beispielsweise unter http://europe.creativecommons.org/cc_material heruntergeladen werden. Viel Spaß beim Lesen!

Bildnachweis: iRights.info

Creative Commons

Gemäß dem Grundsatz “Obscurity is a far greater threat to authors and creative artists than piracy.” (Tim O’Reilly) gibt es seit 2001 das Modell der Creative Commons Lizenzen, die es Urhebern ermöglichen, gewisse Rechte an ihren Werken einzuräumen:

Namensnennung
CC BY

Diese Lizenz erlaubt anderen, Ihr Werk/Ihren Inhalt zu verbreiten, zu remixen, zu verbessern und darauf aufzubauen, auch kommerziell, solange Sie als Urheber des Originals genannt werden. Dies ist die freieste Lizenz, die wir anbieten, empfohlen für maximale Verbreitung und Nutzung des lizenzierten Materials.

Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen
CC BY-SA

Diese Lizenz erlaubt es anderen, Ihr Werk/Ihren Inhalt zu verbreiten, zu remixen, zu verbessern und darauf aufzubauen, auch kommerziell, solange Sie als Urheber des Originals genannt werden und die auf Ihrem Werk/Inhalt basierenden neuen Werke unter denselben Bedingungen veröffentlicht werden. Diese Lizenz wird oft mit “Copyleft”-Lizenzen im Bereich freier und Open Source Software verglichen. Alle neuen Werke/Inhalte, die auf Ihrem aufbauen, werden unter derselben Lizenz stehen, also auch kommerziell nutzbar sein. Dies ist die Lizenz, die auch von der Wikipedia eingesetzt wird, empfohlen für Material, für das eine Einbindung von Wikipedia-Material oder anderen so lizenzierten Inhalten sinnvoll sein kann.

Namensnennung-Keine Bearbeitung
CC BY-ND

Diese Lizenz erlaubt anderen die Weiterverbreitung Ihres Werkes/Inhaltes, kommerziell wie nicht-kommerziell, solange dies ohne Veränderungen und vollständig geschieht und Sie als Urheber genannt werden.

Namensnennung-Nicht-kommerziell
CC BY-NC

Diese Lizenz erlaubt es anderen, Ihr Werk/Ihren Inhalt zu verbreiten, zu remixen, zu verbessern und darauf aufzubauen, allerdings nur nicht-kommerziell. Und obwohl auch bei den auf Ihrem Werk/Inhalt basierenden neuen Werken Ihr Namen mit genannt werden muss und sie nur nicht-kommerziell verwendet werden dürfen, müssen diese neuen Werke nicht unter denselben Bedingungen lizenziert werden.

Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen
CC BY-NC-SA

Diese Lizenz erlaubt es anderen, Ihr Werk/Ihren Inhalt zu verbreiten, zu remixen, zu verbessern und darauf aufzubauen, allerdings nur nicht-kommerziell und solange Sie als Urheber des Originals genannt werden und die auf Ihrem Werk/Inhalt basierenden neuen Werke unter denselben Bedingungen veröffentlicht werden.

Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung
CC BY-NC-ND

Dies ist die restriktivste unserer sechs Kernlizenzen. Sie erlaubt lediglich Download und Weiterverteilung des Werkes/Inhaltes unter Nennung Ihres Namens, jedoch keinerlei Bearbeitung oder kommerzielle Nutzung.

Quelle: http://creativecommons.org/licenses/

Nachdem in jedem Land andere gesetzliche Voraussetzungen existieren, gibt es länderspezifische Vereinbarungen, welche die jeweilige Rechtssicherheit herstellen, für Österreich zB. unter Creative Commons Austria, womit für Urheber und Nutzer der jeweilige Nutzungsvertrag verständlich und juristisch einwandfrei definiert wird.

Eine gut gelungene Kurzzusammenfassung zum Thema gibt es beispielsweise unter einem kürzlich erschienenen Artikel in der Computerwoche vom 27.1.2012.

Quellen:
http://creativecommons.org/
http://de.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons

Bildnachweis: creativecommons.org/presskit/

Freie Kultur

Um die gegenwärtigen Diskussionen und unterschiedlichen Standpunkte zum Urheberrecht besser verstehen zu können, möchte ich das 2004 von Lawrene Lessig erschienene Buch Freie Kultur (How Big Media Uses Technology and the Law to Lock Down Culture and Control Creativity) zum Lesen empfehlen. Es ist längst zum Standardwerk für Copyright-Interessierte avanciert, das vor möglichen und bestehenden Einschränkungen und Kontrollversuchen durch große Medienunternehmen warnt.

Er zeigt anhand der Entwicklung des amerikanischen Copyrights, das sich übrigens stark von der kontinentaleuropäischen Variante des Urheberrechts unterscheidet, wie die heute als legal auftretenden Konzerne einst selbst von damaligen Regelungen profitierten, die sie heute am liebsten neu am Markt entstehenden Konkurrenten verbieten würden, und wie sie damals bestehende Regeln gebrochen haben, um in ihre heutige Machtposition zu gelangen.

Walt Disney plünderte den modernen Märchen- und Mythenschatz, und verkaufte damit erfolgreich Zeichentrickfilme, das aufkommende Radio stellte die bestehenden Systeme der Bezahlung von Komponisten und Künstlern auf den Kopf, bevor sie technische Konkurrenten, wie das frequenzmodulierte Radio, an der Ausbreitung zu hindern versuchten.  Kabelfensehbetreiber, welche gratis Content weiterreichten, wurden über viele Jahre verteufelt und geklagt, bevor die Hersteller von Videocassettenrecordern zum Angriffsziel mutierten.

In vielen Fällen gelang der Ausgleich durch den Gesetzgeber, welcher für Ausgewogenheit sorgte und neue Regelungen einführte, was ein Anliegen von Lawrence Lessig ist, der aufzeigt, wie sehr dieses Gleichgewicht zwischen Recht, Normen, Markt und Architektur in den letzten Jahrzehnten verloren ging. Er plädiert nicht für Freibier, wenn er von einer freien Kultur spricht, sondern für Regelungen, die es Kreativen ermöglichen, weiter auf Bestehendem aufzubauen und Wiederverwendungen zu ermöglichen, ohne dafür unverhältnismäßig juristisch belangt zu werden.

Eine Kultur kann nur dann lebendig bleiben, wenn Nutzungsrechte nicht auf ewig monopolisiert und laufend verlängert und somit quasi unbegrenzt eingefroren werden. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts lag in Amerika die Dauer des Copyrights bei 14 Jahren, im deutschsprachigen Raum bei 30 Jahren. Wann immer in den letzten Jahrzehnten große Medienkonzerne befürchten mussten, ihre Dauereinnahmen zu verlieren, lobbyierten sie für Verlängerungen der Schutzfristen. Die Kreativen, die Künstler und eigentlichen Urheber, profitieren von diesen Regelungen nur begrenzt, werden aber als Bauernopfer voran in die Urheberschlacht geschickt, um den Inhabern der in historischen Zeiten entstandenen  Nutzungsverträge ihre Pfründe weiter zu sichern.

Wer das Buch lesen möchte, muss es nicht kaufen, er kann es offiziell herunterladen oder online lesen, ohne sich einer sogenannten Urheberrechtsverletzung schuldig zu machen:

https://www.opensourcepress.de/freie_kultur/ 

Quellen:
Lawrence Lessig, Wikipedia
Freie Kultur Wikipedia

Bildnachweis: https://www.opensourcepress.de/freie_kultur/ (Creative Commons)

Van Halen – A Different Kind of Truth

Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich zum ersten Mal in einem Second-Hand-Laden Schallplatten kaufte, eine besondere Initiationserfahrung für Sammler von Musik. Es war in der Zollergasse im siebenten Bezirk, bevor später die Otto-Bauer-Gasse mein Hauptstützpunkt wurde, als ich 1980 Van Halen I und das Live-Doppelalbum Bootleg von Aerosmith erwarb, auch aus heutiger Sicht noch eine gute Wahl.

Die ersten beiden Van Halen-Alben hatten auf Vinyl einen ganz besonders guten Klang, so wie Led Zeppelin I, von der ich das Glück hatte, sie in einer schweren Pressung zu kaufen, was dem Sound höchst zuträglich war. Bob Seegers Stranger in Town klang sogar auf meinem durchschnittlichen Plattenspieler hervorragend und auch mit einer rosa Version von Animals (Pink Floyd), die leider etwas empfindlich knisterte, hatte ich in den Jahren danach große Freude.

Mit dem Älterwerden brechen Lieblingsbands auseinander, tolle Musiker sterben viel zu früh, manche von ihnen konnte ich nie live sehen, Lücken, die nicht mehr zu schließen waren. Um so erfreulicher ist es, wenn scheinbar nicht mehr mögliche Konstellationen doch wieder zusammenfinden. Das Familienunternehmen Van Halen hat gemeinsam mit David Lee Roth eine CD aufgenommen, A Different Kind Of Truth, das beste Comeback-Album seit Perfect Strangers von Deep Purple.

Die Scheibe klingt so frisch, als wenn wir Ende der Siebziger oder Anfang der Achtziger schrieben, sie setzen unmittelbar dort fort, wo sie sich musikalisch vor ihrem größten Triumph (1984, mit Jump und Panama) ausgetobt haben. Eddie van Halen behandelt seine Gitarre soundtechnisch wie gehabt, David Lee Roths Stimme hat trotz seiner 57 Jahre scheinbar wenig an Kraft und Bandbreite eingebüsst. Neben Eddies Bruder Alex am Schlagzeug gibt es leider einen kleinen Wermutstropfen, Michael Anthony, der Bassist der Originalbesetzung, wurde inzwischen durch Eddies zwanzigjährigen Sohn Wolfgang van Halen ersetzt (er spielte bereits vor ein paar Jahren mit ihnen auf Tournee!), was sich musikalisch aber nicht negativ auswirkt.

Michael Anthony spielt inzwischen in einer anderen Supergroup, Chickenfoot, mit Sammy Hager als Sänger (unter anderem auch Ex-Van Halen, das Album OU812 kann ich in der Zusammensetzung besonders empfehlen), Joe Satriani an der Gitarre(!), und Chad Smith von den Red Hot Chili Peppers an den Drums, eine Band, welche die Bezeichnung Supergroup also wirklich verdient.

Kehren wir zurück zum erfreulichen A Diffent Kind of Truth, zum Reinhören bieten sich die ausgekoppelte Single Tattoo, She’s a Woman (der Song war bereits auf dem 1976 von Gene Simmons produzierten Demoband enthalten), Stay Frosty, Big River und  Beats Workin’ an.

Dem Album hört man die Spielfreude an, es fehlt der ganz große Hit, aber der könnte ja noch bei einem eventuell nachfolgenden Zweitschlag entstehen. Was ich mir noch wünsche? Dass sie zusammenbleiben und live in Wien spielen. Und Chickenfoot könnten uns natürlich  genauso mal besuchen kommen, wäre für beide höchste Zeit.