J. Edgar

John Edgar Hoover, bekannt als J. Edgar, war 48 Jahre lang Direktor des FBI und ihm war egal, wer unter ihm US-Präsident war. Acht verschiedene Personen erlebte er in dieser Position, von Calvin Coolidge bis Richard Nixon. Keiner wusste mehr über die Geschäfte und pikanten Affären der Prominenten als er.

J. Edgar war eine der ambivalentesten Personen der neueren amerikanischen Geschichte. Er baute das FBI auf, öffnete der Wissenschaft, den Labors, der systematischen Untersuchung des Tatorts die Türen, legte, bevor es Datenbanken und elektronische Hilfsmittel gab, Ordnungskriterien und Schlüsselverzeichnisse fest, mit deren Hilfe aus Millionen von Akten in kürzester Zeit gesuchte Unterlagen gefunden und verwertet werden konnten.

Auf der anderen Seite nutzte er die Instrumente des FBI zur Bespitzelung, nahm Liebesspiele öffentlicher Personen auf Tonband auf und wurde durch seine geheime Aktensammlung eine unantastbare Person, mit der es kein Präsident der Vereinigten Staaten ernsthaft aufnehmen konnte, ohne seine eigene Karriere zu gefährden.

Clint Eastwood hat die Geschichte dieses Mannes verfilmt, mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle, welcher als Charakterschauspieler agiert und mit kleinen Gesten im Gesicht oder der Körperhaltung die unterschiedlichen und oft widersprüchlichen Facetten zur Geltung bringt. Ein Bravourstück, quer durch die Zeiten, in dem er eine oft widerwärtig agierende Person in ihrer Zerrissenheit darstellt, als junger und als alter Mann, trotz Maske eine schwieriges Unterfangen, das ihm darzustellen glaubhaft gelingt.

Die privaten Seiten, die vermutete, unterdrückte, oder doch mit seinem Vizepräsidenten ausgelebte Homosexualität, sowie die Beziehung zu seiner Mutter, sind wesentlicher Teil dieses meist auf zwei Ebenen spielenden Filmes, in dem der Hauptdarsteller eine oscarreife Leistung zeigt.

Ich vermute, dass er ihn nicht erhalten wird, dazu ist J. Edgar für Hollywood zu politisch. Der Trailer von The Descendants, mit George Clooney, der ebenfalls unter den Oscartipps gehandelt wird, wirkte im Vergleich oberflächlich und belanglos. Von mir jedenfalls eine klare Empfehlung für Leonardo DiCaprio.

Quelle: Wikipedia, J. Edgar Hoover

Bildnachweis: Susann von Wolffersdorff  / pixelio.de

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ein Kommentar

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