Triffst du Buddha, töte ihn

Ein Aufruf zu Gewalt? Nein, Andreas Altmann, Reiseschriftsteller, wollte seine buddhistischen Erfahrungen in Buchform verarbeiten, er wählte die Form einer Indienreise und besuchte mehrere bekannte Pilgerstätten. Er beschreibt Sraßenszenen, Gespräche mit Rikschafahrern, mt Menschen, die er zufällig trifft. Viel Raum räumt er seinen Überlegungen ein, über Religionen, Kirchen, spirtuelle Geschäftemacher, all die Scharlatane, die scheinbar um Seelenheil bemüht dem eigenen Vorteil verpflichtet bleiben.

Schließlich begibt er sich auf eine zehntägige Reise in sein Inneres. Vipassana-Meditation, welche die Achtsamkeit als Praxis lehrt und Menschen unabhängig von ihrer Konfession oder Weltanschauung den Zugang ermöglicht, also auch Nicht-Buddhisten. Er begibt sich in eines dieser Zentren, das von Goenka, einem fünfundachtzigjährigen Mann, der seit vielen Jahren die Methode lehrt, gegründet und auf Basis von Spenden betrieben wird.

Andreas Altmann bleibt positiv überrascht, niemand will ihn bekehren oder ihm etwas verkaufen, es liegt an ihm, was er mit den Erfahrungen macht, die er in den vielen Stunden der Meditation mit sich selbst machen muss, er ist eigenverantwortlich und kann niemandem Schuld für seine seelische Disposition geben. Ein Zugang, der ihm gefällt und den er annehmen kann. Das Buch ist kurzweilig, enthält viele schöne und treffende Gedanken, man kann als Leser mit Tiefgang schmunzeln.

Der Autor betont auf seiner Homepage, dass er nicht mit dem Andreas Altmann ident ist, der Gedichte schreibt, dass er selbst noch nie ein Gedicht geschrieben habe, was mich zu dem Punkt führt, der mich an dem Buch gestört hat, nämlich die sprachliche Unausgegorenheit, die sich durch den Text zieht. Es gibt Passagen mit gut formulierten Sätzen und gleich daneben schnoddrigen Alltagston, roh und unfertig, zum Teil stilistisch wenig passend. Mit einer entschlossenen Überarbeitung hätte sich aus dem Text ein Ganzes machen lassen, welcher dem angestrebten Erzählton besser hätte gerecht werden können.

Ob einem das Buch trotzdem gefällt oder anders empfindet, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wer einen Einblick in die Praxis der achtsamen Meditation bekommen möchte, für den ist das Buch sicher eine interessante Wahl und was es mit dem Titel auf sich hat, möchte ich hier nicht verraten.

Quellen:
Wikipedia, Vipassana
Wikipedia, Goenka
Homepage Andreas Altmann

Bildnachweis: Barbara Lechner  / pixelio.de

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ein Kommentar

  1. Ein ganz tolles Buch. Ich habe es auch gelesen und fand besonders die Beschreibung seiner Emotionen bei der Meditation interessant. Schön ist auch, wie er die anderen Meditierenden in dem Center beschreibt.

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