Der entscheidende Moment

Die Ausstellung über Henri Cartier-Bresson, der bewies, dass nicht nur Maler, sondern auch Fotografen außerordentlich alt werden können, nämlich beispielsweise 96 Jahre, gibt es im Kunsthaus nur mehr bis Sonntag, den 26. Februar 2012,  zu sehen.

Die Sammlung vereint Bilder aus drei verschiedenen Ländern, USA, Sowjetunion und Indien. Staaten, welche er mehrmals besuchte.  Die Menschen stehen im Mittelpunkt seiner Bilder, Alltag, wennmöglich ohne Blitzlicht festgehalten. Spannend war für mich der Vergleich zwischen USA und UDSSR, die Fotos lagen zeitlich nicht weit auseinander, und in beiden Serien waren ärmliche Personen zu sehen, obwohl gerade ein gewonnener Krieg hinter ihnen lag und die Menschen aus der Sowjetunion schauten auf den Fotos trotz Mangelwirtschaft und Diktatur nicht unglücklicher aus als jene in Amerika.

In Indien war Cartier-Bresson zu einem denkwürdigen Termin anwesend, nämlich der Ermordung Ghandis, den er kurz vor dem Attentat noch traf und am gleichen Abend und beim Begräbnis eindrucksvolle Bilder festhalten konnte. Heutzutage wäre CNN eine halbe Stunde später live auf Sendung und unzählige Fotografen vor Ort, die Verbrennung eines Nationalheiligen würde vom Großteil der anwesenden Einheimischen mit Handy fotografiert und gefilmt werden. So sehr haben sich die Zeiten verändert, aus 64 Jahren sind kleine Ewigkeiten geworden, auf die man im Kunsthaus zurückblicken kann.

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: