IBAN und BIC

Kugelschreiber und exotischer Vorname? Nein, die neuen Bezeichnungen für Kontonummer und Bankleitzahl, europaweit genormt. Der IBAN ist 20-stellig, besteht aus zwei Stellen für den Ländercode, einer zweistelligen Prüfziffer, der fünfstelligen Bankleitzahl und der 11-stelligen Kontonummer. Der BIC ist ein weltweit genormter Bankcode, an dem man das Institut erkennt, er ist 11-stellig, bestehend aus vier Zeichen für den Banknamen, zwei Stellen für die Prüfziffer und fünf Stellen für die Filiale (zwei Stellen für den Ort und drei Stellen für die Filiale). Bei Hauptanstalten ist er 8-stellig, statt der letzten fünf Zeichen gibt es nur die zwei für den Ort. Verstanden und alle Klarheiten beseitigt?

Die Einführung droht schon lange, ich hatte schon Zahlscheine, welche die neue  Systematik verlangen. Bei Online-Überweisung im Inland musste ich daher die EU-Binnenüberweisung verwenden. Außer ich hätte den Code auseinander geklaubt. Wie sich ältere Menschen damit auskennen sollen, ist mir ein Rätsel. Die 7-stellige Kontonummer einer lokalen Bankverbindung lässt sich leichter merken und vor allem fehlerfreier abschreiben. Für internationale Überweisungen musste man sie bisher schon verwenden.

Vor einigen Jahren freute ich mich bei privaten Verkäufern aus Deutschland mehrmals über die örtlichen Zahlungsinformationen,  die ich erhielt, welche ich mittels IBAN-Rechner ergänzen musste, da sie meine Nachfragen nicht verstanden und scheinbar sonst ausschließlich innerhalb Deutschland verkauften und somit nicht in den Bedarf einer internationalen Überweisung kamen. Einige bedankten sich immerhin für meine Erklärungen, die ich mir damals selbst mühsam erarbeiten musste. Darüber hinaus ist der IBAN nicht in allen Ländern gleich lang, in Deutschland umfasst er 22 Stellen, er kann maximal 34 Stellen lang sein und wer seinen IBAN nicht kennt, findet ihn, so wie seinen BIC, auf dem Kontoauszug. Sogar bei gewerblichen Verkäufern stieß ich früher gelegentlich auf Unkenntnis. Das wird sich ändern, denn ab Februar 2014 wird der IBAN verpflichtend, ab Februar 2016 wird der BIC nicht mehr benötigt. Also, wenn endlich alle verstanden haben, dass es ihn gibt, wird er abgeschafft und die Mehrheit der Bevölkerung wird sich nicht auskennen. Für spannende Diskussionen am Wirthaustisch wird so umfassend gesorgt.

Natürlich habe ich als Informatiker Verständnis dafür, genormte Schlüssel einzuführen, um internationalen Datenaustausch ermöglichen zu können. Allerdings bin ich der Meinung, dass man die Umstellung mit zwei wichtigen Maßnahmen abfedern könnte. Zum einen mit umfassender Information. Bleibt dafür im Fernsehen zwischen verblödenden Reality-Soaps und inszenierten Talk-Shows noch Platz? Eine Marktlücke für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, welcher der Selbstaufgabe-Quote hinterher hechelt. Die zweite Maßnahme wäre, im lokalen Zahlungsverkehr die bisherigen Gewohnheiten beizubehalten, die Menschen nicht mit solchen Schlüsseln zu belästigen und im Hintergrund die entsprechenden Felder der Datenträger korrekt aufzubauen, was ein Programmierer üblicherweise im Blindflug bewerkstelligt. Die Abwälzung der Kosten zu Lasten der Kunden steht hier wohl im Vordergrund. Milliardenbeträge, mit denen die Existenz solcher Banken laufend sichergestellt werden müssen, genügen wohl nicht, um Kundenfreundlichkeit zu erzwingen, wobei man schon erwarten könnte, dass der Staat als Kapitalgeber verbindlichere Regeln für seine Hilfestellung einführte.

Wie hat es so schön Frank Stronach formuliert. Wer das Gold hat, macht die Regeln. Zumindest wenn er privat ist.

Quellen:
IBAN, Wikipedia
SWIFT-Code, Wikipedia
Information der WKO

Bildnachweis: Lupo / pixelio.de

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