Mit achtzig ist noch lange nicht Schluss

In den letzten Tagen stolperte ich über zwei Artikel, die man wohl als Zeugnisse für Lebensmut bezeichnen kann.

Der eine, Erich Lessing, Fotograf, achtundachtzig Jahre alt, weltbekannt, eröffnete im ersten Bezirk eine Galerie. In einem Land, in dem Zwanzigjährige von der Pension träumen, die lebendig gebliebene Antipode.  Zehntausende Aufnahmen aus siebzig Jahren als Fotograf sollen nicht in Schachteln herumliegen, sondern gesammelt werden.

Der Markt sei derzeit ganz schlecht, vielleicht gebe es doch ein Publikum. Weitere Ausstellungen sind bereits geplant. Auf dem Foto von ihm und seiner Galerie blickt einem ein Mann mit energischem Blick entgegen. Ja, so kann man seine Zeit nutzen.

Der andere, Kurt Diemberger, Bergsteiger, feiert seinen achtzigsten Geburtstag, will noch mehrere Bücher schreiben, Vier- und Sechstausender in Südamerika bezwingen, in den Himalaya zurückkehren, Trekkingtouren in Nepal machen, nach Grönland aufbrechen und hundert Jahre alt werden. Ein würdiger Lebensplan.

Mit täglichen Märschen von 30 bis 90 Minuten hält er sich fit, mit Skistöcken, um die Armmuskulatur zu stärken. Da geht den meisten  Jüngeren wohl die Luft aus. Hut ab.

Natürlich ist es Glück, Gnade, genetische Disposition, von allem etwas, aber nicht nur. Die Einstellung kann man haben, behalten, nachahmen.
Ich bin davon überzeugt, dass es der Gesundheit hilft, Ziele zu haben, neue zu finden und aktiv zu verfolgen, dass man vom Geist her offen und für Neues aufmerksam bleiben kann, selbst wenn der Körper zusehends verfällt. Nach meinem Dafürhalten ist es zumindest der geeignetere Versuch, mit der zweiten Lebenshälfte oder den letzten Jahren zurecht zu kommen, selbst wenn man immer mehr zum Spielball seiner Zellen, seiner Blutwerte und Organe wird. Forever Young. Das ist Illusion und allzuviele wurden bereits vorzeitig überwältigt,  aber diese beiden Herren kann man sich wirklich zum Vorbild nehmen.

Quellen:

ORF, Erich Lessing, 16.3.2012

ORF, Kurt Diemberger, 12.3.2012

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