Lyrik-Manifest

Gestern habe ich die Texte meines ersten Buches, Der Teufel hat den Blues verkauft, als eBooks unter einer Creative Commons Lizenz wiederveröffentlicht (CC BY-NC-SA 3.0 Österreich). Die Gedichte sind auf vier eBooks aufgeteilt, damit sie am Bildschirm besser lesbar sind, als epub, mobi, pdf, rtf und html.  Unter Downloads gibt es weitere Informationen und die Links zu den Büchern, die kostenlos heruntergeladen werden können.

Vor ein paar Jahren schrieb ich ein paar Zeilen, die ich als Lyrik-Manifest bezeichnete, und in diesem Zusammenhang zitieren möchte:

Lyrik-Manifest

Was ist ein Gedicht? Alles und Nichts. Eine Annäherung an die uns bekannte Welt auf einem einzigen weißen Blatt Papier.

Esse est percipi. Sein ist wahrgenommen werden. Wo existiert Lyrik?

In Schubladen. In Gedichtbänden, deren Publizierung mangels Erreichen von Öffentlichkeit nur formal als solche bezeichnet werden kann. In Buchhandlungen ist sie rar, gut versteckt, wenn überhaupt vorhanden. Die Moderne auf einem Regalbrett zusammengefasst. Das Wechselspiel von Markt, Angebot und Nachfrage fällt unter
den bestehenden Bedingungen zu Ungunsten der Schreibenden aus.

Es gilt, neue Möglichkeiten und Wege zu finden. Erweiterungen, nicht abseits, sondern parallel zu den gewohnten Methoden. Es gibt viele Orte, an denen Lyrik gepflegt wird, der Zugang zu ihnen muss erleichtert werden.

Die Orte müssen sich bewegen.

Die meisten Gedichte haben eine große Chance. Sie sind kurz. Sie passen damit grundsätzlich gut in unsere Zeit. Sie passen auf Plätze, die sie sich erobern können. Sie können die neuen elektronischen Medien, T-Shirts, Bilder, Plakate, Einkaufstaschen oder sonstige Gegenstände des Alltags besetzen. Sie können sich festsetzen. Dort, wo sie nicht vermutet werden. Als Stützpunkte für Autor und Leser.

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2 Kommentare

  1. […] haben Paulo Coelho, Cory Doctorow und Martin Dragosits […]

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