Wir müssen über Geld reden

Sagt ein gut geschriebener Artikel, der diese Woche im Feuilleton der Frankfurter Allgemeine erschien und die Debatte zum Urheberrecht nicht nur mit Schwarz-Weiß-Schemata behandelt. Der Autor, Malte Welding, beschreibt, wie er über das Verfassen eines Blogs zur Fussball-WM 2006 zum Publizieren und tausenden Lesern kam, ohne daran direkt zu verdienen.

Inzwischen ist er Autor beim Piper Verlag und überlegt, warum Lady Gaga so viel Geld erhält, obwohl sie an jedem Eck kopiert wird. Er konstatiert, meiner Meinung nach vollkommen zu Recht, dass das Problem der meisten Künstler nicht zu viel Aufmerksamkeit – in Form von illegalen Downloads – , sondern der Mangel daran ist, der Kunstschaffende nichts verdienen lässt, die gleichzeitig mit Spielen, sozialen Netzwerken und Pornographie konkurrieren müssen, ein Globalisierungswettbewerb der erschwerten Art.

Besser kann man vom Schreiben leben, wenn man es nicht selbst praktiziert, wie er anhand des Beispiels der Bonnier-Familie, eine der reichsten Schwedens, festhält, welche die Besitzer des Piper Verlages sind. Ein gutes Bonmot mit treffenden Fakten, laut Wikipedia gehören dem Konzern 175 Medienunternehmen in 17 Ländern.

Was mich wieder zu dem Schluss führt, den ich schon mehrfach andiskutiert habe. Die Bezeichnung Urheberrechtsdebatte ist irreführend. Wenn Kunstschaffende mit ihren Urheberrechten verdienen wollen, ist die Verwertung der Nuzungsrechte für sie von hoher Bedeutung. Sofern die Rechte nicht mehr bei ihnen liegen oder zu ungünstigen Konditionen abgegeben werden mussten, profitieren vorwiegend Medienunternehmen von der Ausdehnung von Schutzfristen. Der Künstler wird vorgeschoben, damit die Kaufleute hinter ihm verdienen könten. Ob es Kunst oder ein kreatives Erzeugnis ist, spielt für sie keine Rolle, sie würden genauso Autoreifen oder Glühbirnen verkaufen. Damit kann man allerdings nicht so viele Jahre so kommod von kreativen Ergebnissen anderer leben.

Quellen:
FAZ, Online, 17.4.2012
Bonnier, Wikipedia

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