Digitales Erbe

Es war eine gute Schlagzeile mit einem Körnchen Wahrheit. Dass Bruce Willis überlege, seine iTunes-Sammlung seinen Kindern zu vererben und festgestellt habe, dass die AGB’s von Apple dies nicht zulassen. Für digitale Produkte gilt derzeit generell, dass man sie nur leiht, eine temporäre Lizenz zum Lesen oder Hören erwirbt, was rechtliche Schwierigkeiten bei der Weitergabe schafft. Nach Ansicht der „Vermieter“ ist ein Verkauf nicht möglich und damit rechtswidrig.

Ein Grundsatz, der mit dem allgemeinen Rechtsempfinden des Konsumenten nicht in Einklang zu bringen ist. Er erwirbt ein Produkt, zahlt einmalig einen Kaufpreis und leitet daraus nicht den Anspruch ab, ein digitales Werk geleast zu haben. Er/Sie steht auf dem Standpunkt, es käuflich erworben und damit auch weitergeben oder verkaufen zu können. Ein Möbelhändler – oder noch viel mehr ein Maler – würden sich auch wünschen, ihre Produkte nicht nur einmal verkaufen zu können. So ein Leasingmodell wäre für die Verkäufer aller Sparten höchst lukrativ, täte der Wirtschaft aber ganz sicher nicht gut.

Bei physischen Büchern, Schallplatten und CD’s ist es selbstverständlich, sie weiterveräußern zu können. Die Bilder bekannter Maler hätten nach digitalem Recht niemals Millionenwert erlangen können. Erst die mehrere Generationen später eintretende Nachfrage ermöglicht Ruhm und Ehre, den Eingang in Geschichts- und Kunstbücher.

In diesem Monat startet ein Prozess,  den der Musikkonzern EMI gegen das Start-up ReDigi angestrengt hat, ein Unternehmen, welches seinen Nutzern ermöglicht, legal erworbene MP3-Files weiterzuverkaufen. Wird spannend, ob ein digitaler Second-Hand-Plattenladen möglich ist. Oder ob die Firma 150.000 Dollar je Song zahlen muss. Ein abstruser Wert?

In Japan kann man nach neuestem Urteil mit bis zu zwei Jahren Haft für illegalen Download, für unerlaubten Upload sogar mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft werden. Für das Strafausmaß begehen andere erhebliche Gewaltverbrechen, verspielen Banken, private Spareinlagen oder Steuergelder.

Quellen:

Format, Online, 6.9.2012
Futurezone, 6.10.2012
Futurezone, 1.10.2012

Bildnachweis: Stephan Landgraf / pixelio.de

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ein Kommentar

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