ORF – Die kleine Chance

Wenn zwei Männer ihre Meinungsverschiedenheit mit Schlägen und Schimpfworten austragen, im Anschluss an eine Fernsehsendung, es interessiert mich nicht besonders, regt mich nicht auf und trägt bestenfalls zu meiner Belustigung bei. Sollen sie doch, sie sind erwachsen und für ihre Handlungen verantwortlich. Was mich schon eher irritierte, war die tagelange Berichterstattung und Erörterung, als wenn es keine anderen relevanten Themen als Celebrities und oberflächliche Bestandsaufnahme gäbe. Wer sich die Show anschauen möchte, soll es tun, wer dabei unterhalten wird, der oder die soll seinen Spaß daran haben.

Die beiden vom Bildschirm zu verbannen (Oh Gott, eine Familiensendung! Hat noch keiner der Sendeverantwortlichen gehört, welche Wörter inzwischen im Vorabendprogramm verwendet werden? Nicht nur mitten im Achten?), hatte zumindest eine gewisse Konsequenz, der Quote sicher nicht abträglich, wobei ich mir schon die Frage stelle, ob es für den ORF so schwierig war, einen Ersatz als Juror zu finden. Bei ungefähr viertausend Personen, die der ORF beschäftigt, kaum vorstellbar.

Die letzte Kapriole, die Soap Opera von Reue und Rückkehr, das nochmalige Pushen der Quote um jeden Preis, das ansonst übliche Schmierentheater des Privatfernsehen, das zufälligerweise sein Geld mit bewegten Bildern verdient, durch öffentlich rechtlichen Rundfunk, der von mir zwangsweise mitfinanziert werden muss, wenn ich in Österreich legal fernsehen will, stört mich sehr. Die Sendung muss ich mir nicht ansehen, das kann ich entscheiden,  zur GIS-Zahlung bin ich allerdings zwangsverpflichtet.

Für einen Fernsehsender, der seinem Auftrag nachkäme, österreichische Autoren und Kreative mit Aufträgen förderte, spannende Sendungen zu attraktiven Sendezeiten spielte, würde ich gerne meinen Rundfunkbeitrag zahlen. Für das Kasperltheater, das mir präsentiert wird, habe ich eine deutliche Antwort: NEIN.

Ein Fernsehsender, der sich als Abspielstation von eingekauften Serien versteht, den sogenannten Kulturkanal ORF III als jämmerliches Feigenblatt verwendet und sein Mitarbeiterpotential nicht nutzt, der soll sich privat am Markt finanzieren, meinetwegen mit mehr Werbung, aber nicht mit meinem Geld. Ich frage mich, was sich die ORF-Mitarbeiter denken, die wahrscheinlich wesentlich besseres, relevanteres und spannenderes Programm erzeugen könnten, wenn man sie ließe. So viele Chancen, die österreichische Kulturschaffende erhalten könnten. Und ich bin mir sicher, dass gute Sendungen im Hauptabendprogramm gute Quoten erhielten, selbst wenn sie nicht durch Mainstream-Meinungsumfragen abgesichert sind, man muss nur lang genug durchhalten. Spannendes und relevantes Qualitätsfernsehen fände im gesamten deutschsprachigen Markt seine Zuschauer. Unterschätzt nicht ständig eure Kunden!

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