Literaturquiz „80 Jahre Bücherverbrennung 1933“

Bücher-für-das-Literaturquiz80 Jahre ist es nun her, dass die Nazis zehntausende Bücher von Dichtern und Schriftstellern verbrannten, als Aktion wider den sogenannten undeutschen Geist.

Die Kultur- und Wissenschaftsinitiative „Der Duft des Doppelpunktes“ erinnert daher mit einem umfangreichen Literaturquiz an das Geschehen und ladet zum Entdecken oder Wiederlesen der damals verbrannten Literatur ein. Über dreißig Verlage haben für diesen Zweck Bücher, Hörbücher und DVDs zum Thema als Preise zur Verfügung gestellt.

Eine tolle Initiative: Insgesamt dreiundzwanzigmal (!) wird, im Abstand von zwei Wochen, nach einer Autorin/einem Autor gesucht, deren Werk 1933 in Flammen aufging. Viele von ihnen haben Exil und Verfolgung nicht überlebt. Nur verhältnismäßig wenigen gelang es nach dem Ende des 2. Weltkrieges, erfolgreich an ihre Arbeit vor 1933 anzuknüpfen.

Neben der Herausforderung des Knobelns, der Anregung, Wohlbekanntes wiederzulesen oder sich auf Neues einzulassen, können alle Interessierte in jeder Quizrunde Buch- bzw. Hörbuchpreise gewinnen.

Warum sich erinnern?

Die Bücherverbrennung 1933 war ein Fanal, das viele SchriftstellerInnen und Intellektuelle ins Exil trieb. Insgesamt verließen circa 2.500 AutorInnen und PublizistInnen das nationalsozialistische Deutschland.

Die „Aktion wider den undeutschen Geist“, deren Höhepunkt die Bücherverbrennung darstellte, wurde von der „Deutschen Studentenschaft“ unter Führung des „Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes“ organisiert.

„Undeutsch“, das waren unter anderem Autoren, die heute als Klassiker gelten, beispielsweise Kurt Tucholsky (1890 – 1935), Bert Brecht (1898 – 1956), Stefan Zweig (1881 – 1942), Joachim Ringelnatz (1883 – 1934), Joseph Roth (1894 – 1939). In Dutzenden Städten des Deutschen Reiches wurden von März bis Oktober 1933 die Bücher von über einhundert AutorInnen verbrannt. Insgesamt sind für diesen Zeitraum über neunzig Bücherverbrennungen nachgewiesen.

Nachdem die Bücher vor allem linker und jüdischer AutorInnen in Flammen aufgingen, erfüllte sich nur wenige Jahre später der prophetische Satz Heinrich Heines aus der Tragödie Almansor: „Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.”

Erich Kästner sagte nach dem Krieg dazu:
„Das blutige Rot der Scheiterhaufen ist immergrün. Einen dieser Scheiterhaufen haben wir, mit bloßem Auge, brennen sehen. Ich hatte angesichts des Scheiterhaufens nicht aufgeschrien. Ich hatte nicht mit der Faust gedroht. Ich hatte sie nur in der Tasche geballt. Warum erzähle ich das? […] Weil, immer wenn von der Vergangenheit gesprochen wird, auch von der Zukunft die Rede ist.“

Derzeit läuft der zweite Quiz-Teil, es gibt also noch viele Möglichkeiten, interessante Autoren zu entdecken bzw. das eine oder andere hochwertige Buch gewinnen zu können!

Links:
http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/2013/02/12/literaturquiz-zur-buecherverbrennung-1933/

Bildnachweis:
http://literaturblog-duftender-doppelpunkt.at/2013/02/13/das-literaturquiz-80-jahre-buecherverbrennung-und-seine-preise/

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