Nach der Wahl ist vor der Wahl

2826858589_68ca7db935Betrachten wir das Ergebnis nach den sich ergebenden Möglichkeiten, die jede der beteiligten Parteien ergreifen kann. Rot–Schwarz geht sich noch einmal kommod aus, ein kleiner letzter Totentanz, der fünf Jahre dauern kann. Falls der Zweite sich nicht ziert, was er aus taktischen und strategischen Gründen wohl bestmöglich tun wird, worauf die  SPÖ an weiteren Optionen leiden würde. Dazu eine Öffentlichkeit, von Journalisten angeführt, die bezweifelt, dass der bisherige Bundeskanzler sich in einen Reformer, der tabula rasa macht,  verwandeln kann, wie ein Magier, der vom Berg der Wahlergebnisse gestiegen ist. Auf der Suche nach einem Weg aus dieser Falle bieten sich Veränderungen beim Personal an. Ich tippe auf Brigitte Ederer, als Zeichen für die Öffentlichkeit, ein Angebot, welches auch die ÖVP akzeptieren könnte.

Das Spiel der ÖVP ist politisch klar determiniert. Aus Verhandlungen mit dem Ersten möglichst viel heraus zu holen. Parallel oder danach, die Welt ist voll geheimnisvoller Verstrickungen, Gespräche mit der FPÖ, dazu ein Dritter, am ehesten, so nehme ich an, im Verbund mit den Neos, schon wäre eine solche Koalition gezimmert, die den Ersten wieder jammern ließe, statt zur rechten Zeit das Schicksal entschieden zu behandeln.

Für die FPÖ bleibt es vorerst ein einfaches Spiel. Gegen die große Koalition, mit allen bereit zu koalieren, in den Augen der Öffentlichkeit vorerst ein Stammplatz auf der Straße der Sieger, ganz so wie sich griechische Tragödien unauffällig anzubahnen drohen.

Die Grünen haben ihr Platz im Winkerl, sofern sie nicht einem allenfalls trügerischen Ruf einer rot-schwarz-grünen Regierung erliegen. Jeder hat so seine Todsünden, die ihm oder ihr gefährlich werden können, auch wenn die Variante nicht allzu wahrscheinlich ist.

Die Stronach-Truppe kann züngeln und locken, ein Pfand in einem Spiel, in dem vieles möglich ist. Wohl mehr als Beschaffer von Stimmen, als als verläßlicher Partner, wie das so ist mit Lebensabschnittspartnern. Zum Schluss noch die Neos, die als unbefleckte Außenseiter einen Trumpf ausspielen können, mit raschem Zug aufs Tor, eine einzige Karte, sofern sie nicht langfristig denken, mit der  Wahl zwischen raschem weiteren Aufstieg oder baldigem Verglühen, wobei man nicht vorhersagen kann, welche der Varianten sich unter welchen Bedingungen erfüllte.

Schon morgen können Personen wechseln, Voraussetzungen rotieren, das Spiel sich auf einem Seitenpfad neu orientieren müssen, wir werden es sehen.

Foto: Ralph Aichinger

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