Politisches Startup-Up

Das Erstaunliche am Ergebnis der Österreichischen Nationalratswahl 2013 ist der Einzug einer politischen Gruppierung, der Neos, die in den üblichen Massenmedien wenig bis kaum in Erscheinung trat. Ohne Fernsehduelle, als Randnotiz im Boulevard, gelang ihnen ein Ergebnis, das mehrere Mandate im Parlament bescherte. Ich hätte nicht geglaubt, dass es in Österreich schon möglich wäre, mittels schwerpunktmäßiger Nutzung von Internet und sozialen Medien bundesweit ein Ergebnis von über vier Prozent zu erzielen.  So kann man sich irren und es ist insofern ein positives Zeichen, da der Weg politischer Mandate nun nicht mehr auschließlich über Gratiszeitungen und Politdiskussionen mit K.O-Show-Charakter führt.

8743129759_e57a5ae421Für inzwischen längst etablierte Oppositionsparteien wie den Grünen müssten solche Ergebnisse ein Schlag ins Gesicht sein. 4511201788_968f7ebec2Aus dem Stand erreichen politische Interessensgruppen relevante Prozentanteile, während es ihnen trotz Sympathie bei Umfragen und jungen Wählern nicht gelingt, vorhandenes Protest- und Veränderungspotential in ihre Richtung zu lenken. Woran das liegt? An mangelnder Verbreiterung der Themen? Am Personal, das Signale nur an bestimmte wenige Zielgruppen richtet? Am Anschein, Lebensregeln vermehrt vorschreiben zu wollen? Jedenfalls genügt es nicht, im siebenten Wiener Gemeindebezirk die Mehrheit zu haben, in der Wiener Vorstadt (vierter bis neunter Bezirk) Stimmenstärkster zu sein, daran ändert auch der eine oder andere westliche Wiener Bezirk – so wie diesmal Währing – nichts. Die Welt ist größer, könnte und möchte man ihnen ins Stammbuch schreiben.

Bestehende Systeme können sich selten von innen erneuern und unter dem Druck von Veränderungen in der Außenwelt ihren verhaltensbedingten Rahmen erweitern. Lernfähigkeit ist aber ein wesentliches Merkmal der Evolution, im politischen Leben sowieso. Der Wähler setzt dann schon seine Zeichen.

Fotos: NEOS, Multimedia-BLOG

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