Offener Brief an Queen, The Singles Collection

Von 2008 bis 2010 veröffentlichte Queen vier limitierte CD-Boxen mit dem klingenden Titel „The Singles Collection (I, II, III, IV).  Jede Box enthielt jeweils 13 Singles als CD (13 Einzelscheiben), welche einst die Top-40 erreichten. Beworben wurden die Boxen so, dass man hätte annehmen können, durch den Kauf alle vorhandenen Singles der Band zu erwerben. Jede Box kostete, je nach Anbieter, zwischen 35 und 45 EUR, also ein stolzer Gesamtpreis von 140 – 180 EUR. Vor allem, wenn man mitberücksichtigt, dass die meisten Singles aus Album-Auskopplungen bestanden.

Aber bekam man mit dem Kauf von vier CD-Boxen alle bisher erschienenen B-Seiten?

Song The Singles Collection
See What A Fool I’ve Been The Singles Collection Volume 1
A Human Body The Singles Collection Volume 2
Soul Brother The Singles Collection Volume 2
I Go Crazy Nein
Thank God It’s Christmas The Singles Collection Volume 3
Blurred Vision The Singles Collection Volume 3
A Dozen Red Roses For My Darling The Singles Collection Volume 3
Forever The Singles Collection Volume 3
Hang On In There The Singles Collection Volume 3
Chinese Torture Nein
Stealin’ The Singles Collection Volume 3
Hijack My Heart The Singles Collection Volume 3
My Life Has Been Saved The Singles Collection Volume 3
Stone Cold Crazy (Live at the Rainbow, ’74)) The Singles Collection Volume 4
My Melancholy Blues (Live in Houston, ’77)) Nein
Lost Opportunity Nein
Mad The Swine Nein
Queen Talks The Singles Collection Volume 4
Rock In Rio Blues The Singles Collection Volume 4

Leider nein! „I Go Crazy“ und „Lost Opportunity“ fehlten, zwei sehr gute Studiotracks, die zu den besten B-Seiten gehören. „Mad The Swine“, das nicht nur 1991 als Bonus-Song auf Queen I veröffentlicht wurde, sondern auch als B-Seite der Single „Headlong“, lag nicht vor.  Und die Live Version von „My Melancholy Blues“, 1991 auf der 12″ CD-Single von „Miracle“, fehlte ebenso.

Für 140 – 180 EUR fehlten also auch noch vier Songs!

Ja, ja, das Konzept sah nur 7″ Singles vor. Womit auch erklärt war, dass die Boxen „Chinese Torture“, das man sowieso nur bedingt als Bonus-Song betrachten kann, s. das Album „Miracle“ als CD, aber auch die Live-Version von „Now I’m Here“ vom Sampler „Concerts for the People of Kampuchea“ nicht enhielten.

Wer war die Zielgruppe? 52 CD’s mit jeweils zwei (ganz selten mit drei) Songs sind nicht praktisch und nur für die eingefleischtesten Fans von Interesse. Ein paar Remixes, die schwer erhältlich waren, ein Großteil der B-Seiten, aber eben nicht alles! Für den stolzen Preis von vier CD-Boxen bekam man nicht einmal  alle vorhandenen B-Seiten! Wie soll ich diese Veröffentlichungspolitik kommentieren? Als absurd, als Abzocke, als Desinteresse an den treuesten Fans und als Zumutung?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Boxen dieser Art viele Käufer finden. Abgesehen vom stolzen Preis, den nur die wenigsten bereit sein werden, auszugeben, verfehlen sie den Wunsch der Fans nach einer kompletten Song-Sammlung. Es wurde ein abstraktes Konzept durchgezogen, auf den ersten Blick hübsch anzusehen, inhaltlich aber höchst schlampig und nicht nachvollziehbar umgesetzt.

Wurde es mit der 2011 veröffentlichten „Deluxe Edition“ der Alben besser? Darüber mehr im nächsten Teil der Serie.

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