Lesefutter IX

In der Reihe Lesefutter stelle ich Autoren und Bücher vor, die – 70 Jahre nach ihrem Tod – inzwischen gemeinfrei sind und darauf warten, gelesen zu werden. Inzwischen kostenlos verfügbar, handelt es sich dabei um Schrifsteller und ihre Werke, die ich persönlich interessant finde, in einigen Fällen auch darauf warten, wiederentdeckt zu werden.

Oft sind es Hochkaräter, wie Ernst Weiß, der sich in Paris nach dem Einmarsch der Deutschen das Leben nahm (Juni 1940). Seitdem ist ein großer Koffer mit unveröffentlichten Manuskripten verschwunden (!), wo er begraben wurde, ist nicht bekannt. 1882, in Brünn geboren, also aus damaliger Sicht Österreicher, promovierte er nach Studium in Prag und Wien zum Arzt, lernte 1913 Franz Kafka kennen, der ihn schätzte. Bekannte Romane sind unter anderem Die Galeere, Der arme Verschwender, Georg Letham. Arzt und Mörder, Der Augenzeuge (eine ärztliche Biographie über die „Heilung“ eines „hysterischen“ Kriegsblinden A. H.).

Vor kurzem gemeinfrei geworden (das Wort ist hässlich, allgemein frei träfe es besser), gestorben im November 1942, im besetzten Belgien, ist Carl Sternheim. Von den Nazis natürlich verboten, gibt es in erzählender Form zum Beispiel Chronik von des zwanzigsten Jahrhunderts Beginn zu lesen.

Karel_CapekEin von seinen Themen enorm moderner Schriftsteller ist Karel Capek, 1938 in Prag  an Lungenentzündung gestorben. Der Begriff Roboter (robota) wurde durch sein Theaterstück R.U.R. (Rossums Universal-Robots) bekannt, den Begriff erfand sein Bruder, Josef Capek. Seine Themen sind unter anderem Massenproduktion, Massenvernichtungswaffen, er ist einWarner vor Katastrophen und Diktaturen. Es dürften noch nicht alle Bücher in gemeinfreien Übersetzungen vorliegen (oder hat sich nur noch niemand darum gekümmert?), höcht lesenswert sind auf jeden Fall Der Krieg mit den Molchen, Das Absolutum, Krakatit oder Hordubal.

Fotonachweis: Gabriel, Creative Commons

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